Geschichte
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| 1977 | Seit dem Frühjahr 1977 werden in der Bundesrepublik grüne und bunte Listen gegründet. Im Oktober gewinnt die “Grüne Liste Umweltschutz” einen Sitz im Kreistag von Hildesheim. Im Landkreis Hameln/Pyrmont kann die “Wählergemeinschaft Atomkraft Nein Danke” mit 2,3 Prozent ebenfalls ein Mandat erringen. Im November konstituiert sich die am 11. Mai gegründete “Umweltschutzpartei Niedersachsen” USP als “Landesverband Niedersachsen” einer künftigen “Grünen Liste Umweltschutz” (GLU). Die GLU versteht sich als wertkonservative Partei. |
| 1978 | In Bayern gewinnt im März eine grüne Liste in Erlangen ein Kreistagsmandat. Die “Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher” (AUD), die sich als “Deutschlands erste Umweltschutzpartei” versteht, erringt ein Kreistags- und ein Gemeinderats-Mandat. Bei Kreistagswahlen in Schleswig-Holstein gelingt grünen Listen in zwei Kreisen nahe des AKW Brokdorf der Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde. Bei den Landtagswahlen in Hamburg erreichen am 4. Juni die “Bunte Liste” 3,5 und die GLU 1 Prozent. Im Stadtteil Eimsbüttel erringt die “Bunte Liste” zwei Mandate in der Bezirksversammlung. Bei den Landtagswahlen in Niedersachsen bekommt die GLU 3,9 Prozent. Ehemalige CSU-Mitglieder und UmweltschützerInnen gründen am 9. Juli eine “Grüne Liste Bayern Bund freier Wähler”. Am 12. Juli 1978 verlässt der CDU-Bundestagsabgeordnete Herbert Gruhl seine Partei und gibt einen Tag später die Gründung der “Grünen Aktion Zukunft” (GAZ) bekannt. Zu den Landtagswahlen in Hessen treten im Oktober die GAZ und die Grüne Liste Hessen an und erreichen 0,9 bzw. 1,1 Prozent. In Bayern treten die “Grüne Liste Bayern”, GAZ und AUD im Oktober als “Die Grünen” zur Landtagswahl an und erzielen 1,8 Prozent. |
| 1979 | Am 16./17.3. gründen rund 500 Delegierte von AUD, GLU, GAZ und anderen Initiativen zur Europawahl das Listenbündnis DIE GRÜNEN. Zu Vorsitzenden dieser “Sonstigen politischen Vereinigung” (SPV) werden gewählt: Helmut Neddermeyer (GLU), Herbert Gruhl (GAZ), August Haußleiter (AUD). Für die Europawahl werden unter anderem nominiert: Petra Kelly, Herbert Gruhl, Baldur Springmann, Carl Amery, Joseph Beuys. Das Listenbündnis erreicht bei den Wahlen im Juni 3,2 Prozent. Bei den Bürgerschaftswahlen in Bremen erreicht die “Bremer Grüne Liste” am 7. Oktober 5,1 Prozent. Mit vier Mandaten kommen erstmals Grüne in ein Landesparlament. Im November 1979 findet in Offenbach die zweite Versammlung der SPV DIE GRÜNEN statt. Die rund 1000 Delegierten beschließen, ihre Vereinigung im Januar 1980 in eine Partei umzuwandeln. Im Dezember einigen sich die NATO-Staaten über den “NATO-Doppelbeschluss”. Dieser Beschluss wird zum zentralen Bezugspunkt der neuen Friedensbewegung. |
| 1980 | Am 12./13. Januar tritt in Karlsruhe der 3. Kongress der SPV DIE GRÜNEN zusammen und gründet die Bundespartei DIE GRÜNEN. Im März erzielen DIE GRÜNEN bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg 5,3 Prozent. Vom 21. bis 23.3. findet in Saarbrücken die 2. Bundesversammlung der GRÜNEN statt. Die Versammlung verabschiedet das (bisher einzige) Bundesprogramm und wählt Petra Kelly, August Haußleiter und Norbert Mann zu SprecherInnen. Im Mai rufen AtomkraftgegnerInnen in Gorleben die “Freie Republik Wendland” aus. Mit der 3. Bundesversammlung in Dortmund ist im Juni der Gründungsmarathon der GRÜNEN beendet. Dieter Burgmann löst August Haußleiter als Sprecher ab. Bei den Bundestagswahlen im Oktober erreichen DIE GRÜNEN 1,5 Prozent. |
| 1981 | Am 28. Februar demonstrieren mehr als 100 000 Menschen in Brokdorf gegen die Atompolitik der Bundesregierung. Auf der 4. Bundesversammlung in Offenbach (2. bis 4.10.) verabschieden DIE GRÜNEN ein Friedensmanifest, in dem die Nachrüstung abgelehnt wird. Für Norbert Mann wird Manon Maren-Grisebach zur Sprecherin gewählt. Am 10. Oktober demonstrieren in Bonn mehr als 300 000 Menschen für Frieden und Abrüstung. |
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