Der Staat schützt die Tiere … NICHT!

Stellungnahme zum Branchengipfel zur Kastration von Ferkeln – 10.10.2018

Der Branchengipfel zur Kastration von Ferkeln mit rund 20 Vertretern von Landwirtschaft, Schlachtunternehmen, Fleischverarbeitung und Handel am 08.10.2018 in Hannover, war ein rein wirtschaftlich orientiertes Treffen. Tierschutzverbände waren nicht geladen. So bleibt Ministerin Otte-Kinast bei ihrer Haltung: Verlängerung der Übergangsfrist um zwei Jahre.

Wenige Tage alten Ferkel ohne Betäubung die Hoden rauszuschneiden ist eine nach dem Tierschutzgesetz bereits seit fünf Jahren verbotene Praxis. Eine Verlängerung der Ausnahmegenehmigung zum Zweck der Entwicklung einer Alternative (4.Weg – örtliche Betäubung) die mit mehreren Injektionen und der Durchführung im Akkord noch größeres Tierleid verursacht, obwohl bereits bessere Methoden vorhanden sind, stimmt Beate Gries, Grüne Ratsfrau und Sprecherin der LAG Tierschutzpolitik besorgt: „Damit missachtet die Bundesregierung den Artikel 20a der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland und hebelt – wieder einmal – über den Verordnungsweg den Willen des Gesetzgebers aus“. Beate Gries fordert deshalb alle Bundestagsabgeordneten aus Braunschweig auf, sich einem „Fraktionszwang“ aus Hannover zu widersetzen und der nochmaligen Verlängerung der Ausnahmegenehmigung nicht zuzustimmen: „Die unsägliche Qual von Millionen von Ferkeln muss ein Ende haben. Und das ist jetzt!“

Wir veröffentlichen hier die:

Stellungnahme der Grünen Bundesarbeitsgemeinschaft Tierschutzpolitik zur betäubungslosen Ferkelkastration

Ferkel ohne jede Betäubung zu kastrieren, zeigt beispielhaft die Rücksichtslosigkeit der derzeitigen Tierhaltungspraxis. Die Vorstöße für eine Fristverlängerung für die betäubungslose Ferkelkastration lehnen wir entschieden ab. Fünf Jahre Übergangszeit waren mehr als genug, die schmerzhafte Praxis gehört nun endgültig abgeschafft. Solange Menschen Tiere zur Lebensmittelproduktion halten, stehen mit der Ebermast, dem Eingriff unter Vollnarkose oder der Immunokastration hinreichende Alternativen zur Verfügung, den sogenannten „4. Weg“ der nicht durch Tierärzt*innen durchgeführten und schmerzhaften Lokalanästhesie lehnen wir daher ebenso ab.

Tierschutz sollte immer über Wirtschaftlichkeit stehen. Wir erwarten auch von allen Grünen Landtagsfraktionen und Landesregierungen einen entschiedenen Einsatz für das Ende der betäubungslosen Kastration ohne weitere Verlängerungen, auch nicht um nur ein Jahr. Wir sind überrascht, dass anscheinend selbst Grüne Landwirt*innen und Abgeordnete einer Verlängerung zustimmen würden, dabei sollten doch gerade diese mit gutem Beispiel voran gehen und über die Alternativen aufklären und diese bewerben. Dass der Agrarausschuss des Bundesrats dem Antrag auf Verlängerung nicht zugestimmt hat, ist ein wichtiger erster Schritt, jetzt muss das Plenum des Bundesrats folgen.

 

Zu Beate Gries:

Beate Gries ist Mitglied im Kreisverband BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Braunschweig,
Mitglied im Tierschutzbeirat des Landes Niedersachsen
Mitglied im Lenkungsausschuss Nutztierstratregie – Tierschutzplan 4.0 des Ministeriums für Landwirtschaft Niedersachsen
Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Tierschutzpolitik – LandesverbandBÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN,
Delegierte in der Bundesarbeitsgemeinschaft Tierschutzpolitik – Bundesverband BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Landwirtschaft und ländlicher Raum – Landesverband Niedersachsen
beratendes Mitglied des Stadtbezirksrates Lehndorf-Watenbüttel – ehem. stellv. Bezirksbürgermeisterin, beratendes Mitglied des Stadtbezirksrates Westliches Ringgebiet

und Rätin der Stadt Braunschweig.

Weitere Infos:

https://gruene-bag-tierschutzpolitik.de/startseite/expand/690043/nc/1/dn/1/
http://www.beategries.de
https://www.ml.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/neuer-lenkungsausschuss-nimmt-arbeit-auf–168389.htm

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