PLATZ DA! Selbstverständlich für Frauen.

Frauen machen Politik.

Seit 100 Jahren dürfen Frauen in Deutschland wählen – aber ein Blick in unsere Parlamente zeigt: Von echter Gleichberechtigung sind wir noch weit entfernt. Auch die Führungsgremien in Wirtschaft und Gesellschaft sind noch viel zu oft frauenfreie Räume. Wir wollen die Hälfte der Macht für Frauen, in der Politik, der Wirtschaft und der Gesellschaft! Frauen sollen gleichberechtigt mitbestimmen, mitentscheiden und mitgestalten. Wir sagen Nein zu einem Rückfall in eine Zeit, in der die Politik männlich, konservativ und rechtspopulistisch ist. Vor allem wollen wir, dass Frauen ganz selbstverständlich die Plätze einnehmen können, die ihnen zustehen.

Ausgestattet mit einem Stuhl haben wir uns deshalb vor dem Direktionsgebäude der Landessparkasse am Alten Bahnhof platziert.

Warum? Wegen der Kontoinhaberin! Vor dem Bundesgerichtshof (BHG) läuft derzeit eine Klage der Seniorin Marlies Krämer aus dem Saarland (VIZR 143/17). Die 80-Jährige hat ihre Sparkasse verklagt, weil diese ausschließlich die männliche Form der Anrede verwendet. Frau Krämer fühlt sich nicht angesprochen und die Wissenschaft gibt ihr recht (mehr dazu hier). Wir setzen uns für eine geschlechterneutrale Sprache ein und unterstützen die Seniorin in ihrem Vorhaben. Will man überholte Rollenbilder verändern, ist es ein Leichtes, alte Vordrucke zu ändern. Ein kurzer Blick auf die Formulare unserer Braunschweiger Landessparkasse zeigt, dass auch hier noch einiges zu tun ist, bis Frauen als Kundinnen und Kontoinhaberinnen wahrgenommen werden. Was für manche wie eine Petitesse klingen mag, hat einen ernsten Hintergrund. Denn Sprache formt wie wir denken. Bei „Arzt“, „Pilot“ oder „Professor“ hat man sofort einen männlichen Vertreter vor Augen. Im Jahr 1996 kämpfte Frau Krämer dafür, dass die bis dahin gängige Praxis, Tiefdruckgebiete und Stürme nur nach Frauen zu benennen, geändert wurde. Dafür kann man ihr dankbar sein. Nachweislich sterben mehr Menschen bei Hurrikans, wenn diese weibliche Namen tragen, weil Frauen offenbar nicht so ernst genommen werden (wer es nicht glaubt, siehe hier).

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