Sport ist mehr als Bewegung und Fitness

Es fehlt an Sporthallen in Braunschweig

von Horst-Dieter Steinert

Sport hält uns fit, macht glücklich, bringt uns mit anderen Menschen zusammen und fördert das soziale Miteinander. Sport hat eine hohe Bedeutung für Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen. Unsere Sportvereine übernehmen viel gesellschaftliche Verantwortung. Sie fördern und fordern Fairness, Toleranz und Teilhabe. Ohne ehrenamtliches Engagement ist das nicht möglich. Deshalb an dieser Stelle ein herzlicher Dank an die vielen Ehrenamtlichen!

Doch unsere Vereine in Braunschweig leiden. Denn es mangelt an Sporthallen und somit an guten Trainingsbedingungen. Die Rahmenbedingungen für den Breitensport sind mit der Unterbringungen von Flüchtlingen zusätzlich eingeschränkt. Eine Herausforderung, die wir zusammen meistern müssen!

Mit der in Sanierung befindlichen Wilhelm-Bracke-Halle in der Weststadt und der abgebrannten Halle in der St.-Ingebert-Straße in Lehndorf fehlen diese Kapzitäten. Die Sanierung in der Weststadt wird noch in diesem Jahr abgeschlossen. Das gibt eine leichte Entspannung. Der Baubeginn der Halle in Lehndorf ist noch nicht terminiert. Vor 2018 wird dort kein Sport stattfinden.

Wir nutzen in Braunschweig zur Unterbringung von Flüchtlingen auch Sporthallen. Das war im Herbst vergangenen Jahres eine richtige Entscheidung. Denn niemand möchte, dass Menschen in der kalten Jahreszeit in Zelten leben müssen. Andere Unterbringungsmöglichkeiten standen in der Kürze der Zeit sowie zu einem vertretbaren Geld nicht zur Verfügung. Mit dem von uns Grünen unterstützten Standortkonzept zur Flüchtlingsunterbringungen werden jetzt die ersten dezentralen Standorte gebaut. Eine Entspannung der Situation ist auch eingetreten, weil deutlich weniger Menschen aus dem Nahen Osten und Afrikanischen Staaten Europa und die Bundesrepublik erreichen. Das zusammen bewirkt, dass wir alle noch in Sporthallen lebenden Menschen zeitnah endlich in adäquate Unterbringungen bekommen. Die als Massenunterkunft umfunktionierten Sporthallen werden nach und nach wieder dem Sport zur Verfügung stehen.

Die Sporthalle in der Boeselagerstraße wurde der Landesaufnahmebehörde zur Verfügung gestellt. In der Einrichtung lebten im Herbst 2015 um die 4000 Menschen. Die Einrichtung war völlig überfüllt. Heute, ein Jahr später, wird die Halle wieder an die Stadt zurückgegeben. Nach der Sanierung wird sie dem Sport übergeben – mit etwas Glück noch in diesem Jahr.

Weitere zur Massenunterkunft umfunktionierte Hallen befinden sich in der Naumburgstraße im Heidberg, in der Donaustraße in der Weststadt, an der Bundesallee in Watenbüttel und in der Nibelungenschule im Siegfriedviertel. Bei allen Konflikten die es um diese fehlenden Hallen gibt: an erster Stelle muss die bestmögliche Unterkunft und Betreuung der Geflüchteten stehen. Deshalb dürfen wir jetzt, kurz vor dem Ziel des Freiziehens aller Hallen, nicht in Streitereien verfallen, welche Halle zuerst zurückgegeben wird. Alle Hallen werden dringend benötigt! Jeder Sportverein kämpft für seine Mitglieder. Ich habe viel Vertrauen in die Sozialverwaltung, dass sie hier mit Augenmaß handelt.

Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in einem guten halben Jahr alle Sporthallen wieder ihrer eigentlichen Funktion übergeben können. Das entlässt uns Grünen nicht aus der Entscheidung, für das bereits seit Jahren bestehende Defizit an Sporthallen und Gymnastikräumen ein Bau- und Ausbauprogramm auf den Weg zu bringen. Auf Grundlage des Sportentwicklungsplans wollen wir die optimale Auslastung aller Anlagen sowie den Neu- und Ausbau der Sportinfrastruktur auf hohem Niveau vorantreiben. Ich möchte, dass Braunschweig attraktive Sportvereine hat, mit einem tollen Angebot für Alt und Jung.

Dieser Artikel erschien in der Juli-Ausgabe der Ortteilzeitung „Durchblick

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