Vielfalt überwindet Grenzen

Sommerlochfestival | CSD Braunschweig – Bündnis 90/Die Grünen waren dabei

Die große Anzahl von Menschen auf der Flucht beschäftigt auch die queere Szene in Deutschland und Europa. Viele lokale Christopher-Street-Days haben deshalb das Thema der Unterstützung von Homosexuellen, Bi- und Transsexuellen sowie Transgender in den Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltungen gestellt. Eine sexuelle Identität jenseits der Heterosexualität wird in vielen Staaten außerhalb Europas geächtet oder unter Strafe gestellt. Ein Outing dort ist undenkbar. Nicht immer ist die sexuelle Identität der Grund, um sich auf die ungewisse und beschwerliche Reise in eine sichere und bessere Zukunft zu machen. In den Flüchtlingsgruppen oder hier in Deutschland, in Braunschweig, in einer sicheren Flüchtlingsunterkunft angekommen, können sie häufig erstmalig ihre Identität zeigen. Das ist innerhalb der Unterkünfte nicht immer konfliktfrei.

Unser großer Dank gilt dem Verein für sexuelle Emanzipation (VSE), der mit Queer Refugees Braunschweig ein Netzwerk initiiert hat, um queere Geflüchtete in Braunschweig und Umgebung willkommen heißt und sie auf vielfältige Weise unterstützt. Dieses Beispiel zeigt wunderbar auf, dass Integration eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Auf vielfältige Weise können zivilgesellschaftliche Akteure ihren Beitrag leisten, Geflüchteten beim Neuanfang in Braunschweig zu helfen.

Wir Grüne sind seit unserer Gründung der Gleichstellung von Frauen und Männern sowie der Gleichstellung und Antidiskriminierung von Menschen aufgrund ihres Geschlecht oder ihrer sexuellen Identität verpflichtet. Das ist ein Grundwert grüner Politik, der auf allen politischen Ebenen verfolgt wird. Viel ist durch grünes politisches Handeln passiert: beispielsweise die Streichung des §175 (der homosexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts bis 1994 unter Strafe stellte), die Einführung der Eingetragene Lebenspartnerschaft (2001) und des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes (2006). Über die dazu geführten gesellschaftlichen Diskussionen genießen homosexuelle Menschen heute eine deutlich höhere Akzeptanz und Toleranz in unserer Gesellschaft. Eine Gleichstellung zur heterosexuellen Lebensweise gibt es jedoch nicht: Die Ehe und das Adoptionsrecht sind noch immer ein Tabu.

Wir Braunschweiger Grüne haben unseren CSD-Beitrag unter das Motto „Dein Recht, Du selbst zu sein“ gestellt. Denn Vielfalt zeichnet sich für uns darin aus, die eigene geschlechtliche und sexuelle Identität zeigen und leben zu dürfen – auch in Braunschweig! Das schließt selbstverständlich die Belästigung und Unterdrückung anderer sowie sexuelle Handlungen an Minderjährigen aus.

Dieses Recht, die eigene Identität zu leben gehört für uns Grüne zu einer freiheitlichen und offenen Gesellschaft. Das beinhaltet, die eigenen Beziehungen selbst definieren zu dürfen. Der Familienbegriff hat sich längst verändert. Familie ist, wo Kinder leben. Kinder sollen von Menschen erzogen werden, denen Sie vertrauen und von denen sie Liebe und Fürsorge erhalten. Dabei ist es völlig irrelevant, ob diese Vertrauenspersonen Hetero-, Bi- oder Homosexuelle sind!

Die politischen Perspektiven einer rückwärtsgewandten AfD lehnen wir Grüne entschieden ab. In einem Interview in der Braunschweiger Zeitung vom 7. März 2016 sagt Armin-Paul Hampel, der niedersächsische AfD Landesvorsitzende: „Ich sehe keine Alternative zur klassischen Familie, die mich überzeugen könnte.“ Er kritisiert: „Man hat ja den Eindruck, dass 40 oder 50 Prozent der Bevölkerung homosexuell seien. Dabei sind es nur 2 bis 3 Prozent. Die AfD will das Thema nur wieder dort einordnen, wo es hingehört. Ich habe nichts gegen Homosexuelle. Da ihr Anteil aber gering ist, braucht es keine gesetzliche Gleichstellung, also auch keine Homo-Ehe.“

Mit bis zu 3 Prozent sprechen wir über ca. 2,5 Millionen Menschen in Deutschland. Wir treten laut auf, denn Minderheiten mit eingeschränkten Rechten akzeptieren wir nicht! Wenn Grün, dann richtig!

Bild: Grüne Präsenz auf der Parade des Sommerloch CSD Braunschweig, u. a. mit:

  • Gerald Heere, Grüner Ratsherr und Mitglied des Niedersächsischen Landtages

  • Anja Piehl, Grüne Fraktionsvorsitzende im Niedersächsischen Landtag

  • Horst-Dieter Steinert, Grüner Ratskandidat der Kommunalwahl 2016

  • Annika Naber, Grüne Ratskandidatin der Kommunalwahl 2016

  • Helmut Blöcker, Grüner Ratsherr und Ratskandidat der Kommunalwahl 2016

  • Sybille Mattfeldt-Kloth, frauen- und genderpolitische Sprecherin des Grünen Landesvorstands Niedersachsen

  • Stefan Körner, Grüner Landesvorsitzender Niedersachsen

  • Ulla Derwein, Grüne Vorstandssprecherin Braunschweig

  • Tilman Krösche, Grüner Vorstandssprecher Braunschweig

  • Renee Steinhoff, Sprecherin der Grünen Landesarbeitsgemeinschaft Queer Niedersachsen

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