Flughafen Braunschweig-Wolfsburg soll Sonderflughafen werden

eine Umwidmung mit guten Folgen

von Horst-Dieter Steinert

Wieder das leidige Thema Flughafen. Die Start- und Landebahn wurde verlängert. Größere Flugzeuge können jetzt in Braunschweig starten und landen. Ein Blick in den Himmel zeigt: diese Flugzeuge sind weiterhin die Ausnahme in Braunschweig. Gott sei Dank! Aber wehret den Anfängen. Es gibt bei dem einen oder anderen immer noch die Vorstellung, mehr Flugverkehr nach Braunschweig zu bringen. Bisher glücklicher Weise ohne Erfolg.

Statt dessen steigt und steigt das Defizit der Flughafengesellschaft. Einige Millionen Euro werden jährlich aus der Stadtkasse an die Gesellschaft überwiesen, denn die Stadt ist großer Gesellschafter. Diese Subventionierung ist nach EU-Recht aber verboten. Der Hauptnutzer VW ist aus der Gesellschaft ausgestiegen. Musste so sein, sonst wären keine Fördermillionen für den Ausbau geflossen. Also wird händeringend nach Lösungen gesucht.

Eigentlich ist die Gesellschaft längst Pleite. Mit dem Verkauf des Lillienthalplatzes und dem angestrebten Verkauf weiterer Flächen wird das laufende Geschäft über Wasser gehalten. Dabei sind es doch die Einnahmen aus dem Flugbetrieb (Start- und Landegebühren) sowie Servicegebühren, aus denen sich ein Flughafen selbst finanziert. Reicht aber nicht. Wer sich das Gebäude sowie das Gelände anschaut sieht außerdem: der Sanierungsbedarf ist gewaltig. Statt Aushängeschild ist doch eher ein unattraktiv, klapprig, grauer Kasten zu sehen.

Der Flughafen ist ein Verkehrsflughafen, der leider Rund um die Uhr geöffnet ist. Das kostet Geld, insbesondere für das Personal. Flugsicherung und Feuerwehr müssen eben immer da sein. Es könnte ja tatsächlich ein Flugzeug landen wollen.

Über die Arbeitsbedingungen der Feuerwehr auf dem Flughafengelände wollen wir lieber gar nicht sprechen. Eine moderne Wehr sieht anders aus. Also noch ein Kostentreiber. Früher oder später muss die Gesellschaft investieren, die Stadt Braunschweig pumpt dann weiteres Geld als Gesellschafterin in den Flughafen.

Wir Grünen wollen den Status ändern. Wird der Flughafen als Sonderflughafen für Forschung und Geschäftsverkehr betrieben, so müssen Flüge vorher angemeldet werden. Das spart immense Personalkosten, denn das Personal kann gezielt eingesetzt werden – wenn wirklich ein Flugzeug kommt. Kombiniert mit einem Nachtflugverbot zwischen 22 Uhr und 6 Uhr, das weder die Forschung noch den Geschäftsverkehr verhindert, wird der Fluglärm gleich mit reduziert.

Diese Lösung sichert Forschungs- und Geschäftsverkehr. Auch die Freizeitflieger können weiterhin ihre Kreise ziehen. Sie spart eine Menge Geld, dass wir für andere Dinge dringender brauchen.

Dieser Artikel erschien in der Juni-Ausgabe der Ortteilzeitung „Durchblick„.

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