Grüne zum Bauprojekt am Hauptbahnhof

Die geplante Neuordnung des Umfelds des Braunschweiger Hauptbahnhofs wird seit einigen Wochen in der Braunschweiger Bevölkerung intensiv diskutiert. Wir verstehen die Einwohner*innen, die sich für den Erhalt von Viewegs Garten einsetzen. Wir nehmen auch wahr, dass viel Kritik an dem Vorhaben geäußert wird. Hier eine erste – und noch längst nicht abschließende – Einschätzung zu dem aktuellen Sachstand aus Grüner Sicht:

Mit dem Ergebnis des Ideenwettbewerbs und der Einleitung des Planverfahrens stehen wir noch ganz am Anfang des Prozesses

Modell des Siegerentwurfs.

Die in den Braunschweiger Medien vorgestellten Entwürfe stellen die Ergebnisse eines städtebaulichen Ideenwettbewerbs dar. Diese Entwürfe haben jedoch keine bindende Wirkung und werden nicht 1:1 umgesetzt. Ideenwettbewerbe sind ein übliches Mittel zum Beginn eines Bauleitverfahrens. Auf Grundlage verschiedener Entwürfe werden Möglichkeiten ausgelotet und verschiedene Perspektiven gewonnen. Mit der Vorstellung dieser Ideen werden keine vollendeten Tatsachen geschaffen. Diese können nur durch ein gesetzlich festgelegtes Verfahren zur Bauleitplanung geschaffen werden. Der Planungs- und Umweltausschuss und der Verwaltungsausschuss haben mit ihren Beschlüssen nun ein Verfahren eingeleitet, welches sich wahrscheinlich mehrere Jahre hinziehen wird.

Im Rahmen eines Bauleitverfahrens sind an mehreren Stellen umfangreiche Instrumente zur Beteiligung der Öffentlichkeit rechtlich vorgeschrieben. Anfang 2020 wird es deshalb eine Informationsveranstaltung für alle interessierten Bürger*innen geben. Wir rufen alle Interessierten auf, die Möglichkeit zu nutzen und sich zu informieren. Wenn sich möglichst viele Menschen beteiligen, werden daraus viele konstruktive Vorschläge resultieren, wie diese Planung anders und besser gestaltet werden könnte.

Die Braunschweiger Grünen sind mit dem Siegerentwurf nicht in jedem Punkt zufrieden

Einen möglichen Baumverlust, die Randbebauung des Viewegs Gartens im südlichen Bereich oder an der Ottmerstraße Ecke Kurt-Schumacher-Straße, die der Siegerentwurf vorschlägt sehen wir kritisch. Wir sehen aber auch die Chancen, die sich aus dem Gesamtprojekt ergeben. Die Möglichkeit, den völlig überdimensionierten Straßenraum zurückzubauen und Sünden der „Autogerechten Stadt“ rückgängig zu machen sehen wir positiv. Den Verkehrsraum für den Autoverkehr, den Radverkehr und den fußläufigen Verkehr gerecht aufzuteilen ist eine Chance. Bislang schlecht genutzter städtischen Raum kann reaktiviert und dringend benötigter Wohnraum geschaffen werden. Nach Baurecht ist auch hier erst einmal 20% Sozialer Wohnungsbau vorgesehen. Wo wenn nicht am Hauptbahnhof gibt es eine optimale Anbindung an öffentlichen Nah- und Fernverkehr? Wo wenn nicht hier, kann man in Braunschweig auf einen privaten PKW verzichten? Das Projekt bietet uns die Möglichkeit überwiegend auf den jetzt bestehenden Straßen, klimaschonend zu bauen. Angesichts der Klimakrise wird es Braunschweig immer wärmer. Das müssen wir im Blick behalten. Richtig gemacht kann die Bebauung des Bahnhofsvorfeldes aber sinnvoller sein, als im entfernten Außenbereich der Stadt fruchtbarste Böden für Reihenhaussiedlungen neu zu versiegeln.

Zurzeit können noch keine konkreten Aussagen zu den Baumfällungen getroffen werden

Im Moment kann niemand mit Sicherheit sagen, was letzten Endes wo gebaut werden wird, welche Dimensionen die Bebauung haben wird oder wie die Verkehrsflächen aussehen werden. All dies wird erst im weiteren Planungsprozess erarbeitet. Der Park Viewegs Garten wird dabei auch im Siegerentwurf in seinem Kern nicht überplant und wird als solches bestehen bleiben. Die Schüler*innen der Fridays For Future haben dies auf ihrer Demo am 15. November seriöser dargestellt als so manche Erwachsene.

Wir laden alle Bürger*innen ein, sich an dem Prozess intensiv zu beteiligen!

Es gibt vielfältige Möglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger, sich in das weitere Planungsverfahren einzubringen. Dies kann im Rahmen der bereits erwähnten Infoveranstaltung, aber auch im Rahmen der Auslegung des Bebauungsplans erfolgen. Wir stehen am Anfang eines vermutlich langen Diskussionsprozesses, bei dem Jede*r herzlich dazu eingeladen ist, sich einzubringen. Mit jedem Menschen, der sich zusätzlich einbringt, können wir mehr erreichen, um Braunschweig schneller auf dem Weg zur Klimaneutralität voranzubringen und lebenswerter zu machen.

Eine erste Möglichkeit, mit uns ins Gespräch zu kommen, wird es am Sonntag, den 24. November geben. An diesem Tag wollen wir uns um 12:00 Uhr auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs treffen, um uns vor Ort mit den Plänen zu beschäftigen. Sie sind herzlich eingeladen, an diesem Termin teilzunehmen!

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